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Superscope CD-Spieler ist Super für Gitarristen

Von Kynch O'Kaine, University of Miami School of Music

Ich heiße Kynch O'Kaine und unterrichte bereits seit 10 Jahren als Gitarrenlehrer für Studiomusik und Jazz an der University of Miami. Ich habe in dieser Zeit eine unzählige Menge an Musikstücken transkribiert und bin überglücklich, dass ich die Gelegenheit bekommen habe, den Superscope PSD230 zu besprechen.

Die Qualität dieses innovativen CD-Spielers ist herausragend! Die Reinheit des Signals und die Schärfe des Stereotons mit Kopfhörern waren unübertroffen. Es wäre nicht schwer zu verstehen, wenn man dieses Gerät nur darum kaufen würde, um einen CD-Spieler mit hoher Wiedergabetreue zu besitzen. Aber hier handelt es sich um ein Gerät, das viel mehr anzubieten hat als hohe Wiedergabetreue.

Es sind vor allem Musiker, die den PSD230 kaufen, weil sie ein Gerät brauchen, mit dem sie das Tempo eines komplizierten Solos oder einer Passage verlangsamen können, ohne die Tonhöhe damit zu beeinflussen.

Tempokontrolle

Der PSD230 kann jedes Musikstück um 33% langsamer spielen, ohne die Tonhöhe zu beeinträchtigen. Dieser Prozess geschieht ohne jegliche Zeitverzögerung. Das Tempo kann zwischen 1% und 33% verändert werden. Mit einem Knopfdruck wird das Tempo verlangsamt oder beschleunigt. Da ich oftmals komplizierte Musik transkribiere, ist es für mich überflüssig, Musikstücke schneller abzuspielen. Das Gerät scrollt in mittellangsamer Geschwindigkeit (in 50 Einheiten) zu 33% runter. Es scrollte genauso schnell wieder rauf. Persönlich fände ich es besser, wenn es die Möglichkeit gäbe, direkt zum Ausgangstempo zurückspringen zu können. Beim gemütlichen Transkribieren wäre diese Funktion erträglich. Wenn ich allerdings unter Druck arbeiten und schnelle A/B-Vergleiche machen muss, würde mich diese Funktion in den Wahnsinn treiben. Außerdem steuert man die Mitte eines Liedes mit der Geschwindigkeit eines Sonntagfahrers an. Meiner Meinung nach sollte die Software so geschrieben sein, dass das Gerät anfängt, schneller vorzuspulen, wenn man den Knopf zum Vorspulen 10 Sekunden oder länger gedrückt hält.

Tonartkontrolle

Nachdem das Tempo eingestellt ist, hat man die Möglichkeit zur Feineinstellung der Tonhöhe. Es besteht auch die Möglichkeit zur Veränderung der Tonart der Musik, ohne das Tempo zu beeinflussen. Das ist super! Man kann irgendeinen Song hernehmen und die Tonart so verändern, dass sie genauso ist, wie man sie spielen will. Ich hatte allerdings einige Probleme, als ich versuchte, die Tonart zu verändern UND das Stück zu verlangsamen. Wenn man sich dazu entschließt, die Tonart zu verändern, ermöglicht es einem der PSD230 dann nicht mehr, auch das Tempo zu verändern und andersherum. Allerdings kann man mit dem PSD300 beides zum gleichen Zeitpunkt machen.

Übungsschleifen

Wenn man eine Wiederholungsschleife kreieren will, ist das kein Problem. Es gibt einen Knopf, mit dem man eine Wiederholungsschleife von Punkt A zu Punkt B kreieren kann. Nachdem Punkt B ausgewählt ist, spielt das Gerät automatisch von Punkt A bis Punkt B. Das ist perfekt, wenn man eine schwierige Stelle verstehen will und sie deshalb immer wieder hören will. Das genaue Auswählen des Startpunktes (Punkt A) ist dabei kein Problem. Das genaue Auswählen des Endpunktes (Punkt B) ist allerdings unmöglich. Das liegt an der Verzögerung von ungefähr einer halben Sekunde zwischen dem Zeitpunkt, an dem man den Knopf drückt und dem Zeitpunkt, an dem die Schleife tatsächlich gespeichert wird. Wenn man die Schleife abspielt, bekommt man noch dazu keine nahtlose Wiederholung der ausgewählten Musik. Man muss leider mit einer kurzen Verzögerung nach jeder Wiedergabe leben. Diese Verzögerung stellt allerdings nur ein kleineres Problem dar.

Funktion zur Feinabstimmung

Das Heben und Senken der Tonlage ist überhaupt kein Problem. Die Feinabstimmung funktioniert genauso. Man drückt den Rauf- oder Runterknopf und schon geht es los. Es funktioniert sehr sauber, und man sollte dabei bedenken, dass das Tempo nicht verändert wird! So toll diese Funktion auch ist, so ist sie doch für jeden Musiker, der zügig arbeiten will, fast total überflüssig. Die Anzeige geht rauf und runter in Hundertstelschritten. Die Bedienungsanleitung bietet eine sehr genaue Beschreibung wie das Verzeichnis der Hundertstelschritte funktioniert (Dank sei dem Autor).

Es verläuft folgendermaßen; 0.00 ist die Ausgangstonart, +0.13 ist der nächste Schritt höher, +0.25 ist der nächste Schritt danach bis man +1.13 erreicht, was eine ganze Oktave darstellt. Das runtersetzen läuft genauso ab, nur mit einem Minuszeichen vor der Nummer.

Reduzierung des Hauptgesangs

Die integrierte Gesangsbeseitigung funktionierte ausgenommen gut bei den meisten Aufnahmen. Es hat den Hintergrundgesang verbessert und den Hauptgesang fast vollständig eliminiert. Bei ein paar Aufnahmen hörte es sich so an, als ob der Hauptgesang in einen entfernten Echobehälter gesteckt worden ist und noch leise hörbar ist.

Verfügbares Zubehör

Ich finde es super, dass man direkt an das Gerät anschließen kann. Es gibt ein Mischpult, das es einem erlaubt, Sachen, die ins Gerät eingespielt werden, mit dem zu mischen, was gerade im CD Spieler abgespielt wird. Das Fußpedal, das eine Pause und eine Play Taste hat, stellt eine gut durchdachte Option dar. Im Zusammenhang mit der hervorragenden Tragetasche machen die Ausschnitten im Kunststoff für den Adapter (der ungefähr so schwer ist wie eine Kugelstoßkugel), die Cinchkabel, das Fußpedal und die CDs dieses Gerät zu dem perfekt zu transportierenden Transkribiergerät. Die Tragetasche erweckt viel Vertrauen.

Die digitalen Ausgänge habe ich nicht benutzt. Ästhetisch sieht das Gerät toll aus. Die Schalter fühlen sich robust an und alle Buchsen sind stabil. Das Display liest sich leider nicht sehr einfach, solange das Hintergrundlicht nicht eingeschaltet ist. Wenn man das Gerät auf einen Tisch stellt, kann man das Display ausschließlich mit dem Hintergrundlicht lesen. Der Bildschirm ist um einiges niedriger als Augenhöhe, wenn es auf einem Tisch steht. Ich fand es hilfreich, das Gerät auf ein Telefonbuch zu stellen, um es lesen zu können. Dabei möchte ich daran erinnern, dass es nicht unbedingt erforderlich ist, das Display zu sehen, um das Gerät bedienen zu können, nachdem das gewünschte Stück ausgewählt ist.

Ein tolles, tragbares Gerät

Abschließend möchte ich sagen, dass der PSD230 wirklich ein tolles Gerät ist. Selbstverständlich könnte das Gerät in der Zukunft verbessert und weiterentwickelt werden. Das Gerät ist tragbar, was ein großes Plus ist. Man muss nicht mehr am Computer sitzen, um zu transkribieren. Der PSD230 eignet sich wegen seiner Cinchstecker hervorragend dazu, in Klassenzimmern verwendet zu werden. Außerdem kann man eine zusätzliche Fernbedienung bestellen. Es handelt sich hier um das erste Gerät dieser Art, dass von Superscope gebaut wird. Ich freue mich schon auf die zukünftigen Modelle.

Über Kynch O’Kaine Kynch O'Kaine, Dozent (Jazzgitarre), besitzt einen B.M. in Studiomusik und Jazz, und einen M.M. Abschluss in Jazzpädagogik von der University of Miami. Abgesehen von seiner Tätigkeit als Lehrkraft für 12 Jahre ist O’Kaine ein Sänger/Komponist, dessen Lieder in nationalen Kompositionswettbewerben ausgezeichnet worden sind. Nach der Veröffentlichung seines Debütalbums “Traces”, das er selber geschrieben und produziert hat, wurde er als Studiomusiker durch das Magic City Plattenlabel unter Vertrag genommen.

O'Kaine tritt regelmäßig mit der Gruppe Celtic Cross auf, einer traditionellen irischen Gruppe, in der er als Multi-Instrumentalist den irischen Dudelsack, die Ziehharmonika, die Querflöte, die Pfeife und die Gitarre spielt.

  Kynch O'Kaine

Kynch O'Kaine, Lecturer (Jazz Guitar), holds a B.M. in Studio Music and Jazz, and an M.M.degree in Jazz Pedagogy from the University of Miami.

Aside from being a faculty member for the past 12 years, O’Kaine is a singer/songwriter whose songs have been recognized in national songwriting competitions. Having written and produced “Traces,” his debut CD, he was signed as recording artist to the Magic City record label.

O'Kaine appears regularly with Celtic Cross, a traditional Irish group, where as a multi-intrumentalist, he plays uilleann pipes, concertina, concert flute, whistle, and guitar.